Igel / Ein Herz für kleine Stachelnasen
Sonntag 30 Aug 2026 · 3 Minuten

Zeitschrift "LISA" / Nr. 36 / 26.8.26 / TIERE / Seite 67
Fotos = Stefanie Jaksch
Ein Herz für kleine Stachelnasen
In Gärten, auf Straßen und zwischen Zäunen lauern für
Igel viele Gefahren.
Steffi kümmert sich um in Not geratene Wildtiere und
pflegt sie gesund
Infos und Fakten
Unkompliziert helfen
Mit diesen Tipps unterstützen Sie Igel ganz einfach im Garten
* Futter und Wasser
Neben Schale mit Wasser Katzennassfutter verfüttern.
Neben Schale mit Wasser Katzennassfutter verfüttern.
Bitte beachten, dass es Pastete ohne Getreide und Zucker mit einem
Fleischanteil von mind. 60 % ist.
Alternative: ungewürztes Rührei
* Keine Mähroboter
Die Gartenhelfer sollten nur tagsüber unter Beobachtung laufen.
Denn: die nachtaktiven Igel haben keinen Fluchtinstinkt.
Anstatt wegzulaufen, kugeln sie sich ein und können tödlich vom
Mäher verletzt werden.
* Richtig helfen
Die App "Wildtier SOS" bestimmt Wildtiere per Foto, fragt per
Fragebogen den Zustand des Tieres ab und schlägt zuständige
Anlaufstellen vor.
Anlaufstellen vor.
Infos gibt es auch bei Steffi: Steffis-tierhilfe.de
Stefanie Jaksch (34, gelernte Tierpflegerin) kümmert sich
ehrenamtlich um verletzte und verwaiste Igel.
Zu den niedlichen Tieren fand sie durch einen Zufall:
Vor 6 Jahren fand eine ältere Dame in ihrem Garten Igelbabys,
deren Mutter nicht zurückkam.
Weil es in der Umgebung keine Pflegestelle gab, nahm Steffi
die Kleinen bei sich auf.
"Beim Großziehen habe ich dann begonnen, mich intensiv mit
den Stachelnasen auseinanderzusetzen.
Für sie war klar: Auch in Zukunft möchte sie Igeln helfen.
Große Gefahren
Denn die niedlichen Vierbeiner sind stark bedroht.
Fasst alle Igel, die bei Steffi in Ringelsdorf in Sachen-Anhalt
ankommen, sind stark unterernährt.
Ihre Nahrung wie Tausendfüßler, Nachtfalter und andere Laufkäfer
finden sie immer seltener.
"Jede Nacht muss ein Igel 250 bis 300 Insekten fressen",
erklärt Steffi.
Stattdessen fressen viele gezwungenermaßen Regenwürmer
und Schnecken, die Lungenwürmer übertragen können.
Dazu kommen Verletzungen durch Mähroboter oder Autos.
"Letztes Jahr habe ich 152 Igel aufgenommen und leider
werden es jedes Jahr mehr."
Lebensretterin
Etwa 1000 € im Monat kosten Futter, Medikamente und Pflegemittel.
Finanziert wird das durch Spenden und ihr eigenes Geld.
Doch sie gibt weit mehr als das:
Igelpflege ist körperlich und seelisch anstrengend", sagt Steffi,
denn: Intensivpatienten brauchen manchmal stündliche Betreuung.
Nacht für Nacht stellt sie sich den Wecker, füttert Igelwelpen,
versorgt Wunden und wiegt ihre Patienten.
Ein Notfall kann dabei den ganzen Tag auf den Kopf stellen.
Aber die Arbeit gibt Steffi auch viel.
"Jeder Igel ist es wert, gerettet zu werden.
Wenn ich einen auswildern kann, tanke ich damit wieder Kraft."
