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Freilauf-Katzen sind zwar in der Nachbarschaft von bösartigen
Kampfkatern, ignoranten Autofahrern und gartenfixierten Katzenhassern bedroht,
aber auch im Haus selbst lauern genug Gefahren.
Vor allem unerfahrene Katzenkinder
tapsen in viele Fallen, weil sie so verspielt und so neugierig sind.
Oft werden
ganz alltägliche Utensilien zur Gefahr.
Zum Beispiel Wollreste.
Verschluckte Fäden können lebensbedrohliche
Darmverschlingung zur Folge haben.
Das Strickzeug gehört genauso gesichert
wie der Nähkorb verschlossen:
In der Münchner Universitäts-Tierklinik
holten Chirurgen Fadenreste mit daranhängenden Nähnadeln aus Katzenmägen!
Katzenbesitzer sollten wie Mütter unternehmungslustiger Kleinkinder ab
und zu mit Argusaugen den Fußboden auf Kleinteile absuchen:
Nicht ausgelastete
Stubentiger spielen mit allem, was sie finden und was einigermaßen rollt,
wenn mit der Pfote angestupst:
Denn unvorsichtigen Aprikosenkernen, Murmeln, Büroklammern,
Nüssen, und Kronkorken kann man auflauern, sie übers Parkett schussern
und schnell ist die Spiel-Beute versehentlich verschluckt.
Deshalb sollte man das Katzenspielzeug auf seine Robustheit prüfen:
Manche
Spielmäuse haben Plastikstifte als Augen und Nase.
Man kann sie entfernen.
Apropos Parkett:
Zu glatte Fußböden beeinträchtigen die Straßenlage
einer schnellen Katze ganz beträchtlich.
Vor allem Besitzer mehrerer Katzen,
die einander jagen, haben diese Erfahrung gemacht und das Parkett mit einem rutschfesten
Läufer gesichert.
Die Tiere landen sonst unkontrolliert rutschend an der
Bande und können sich böse verletzen.
Doch die
größte Verletzungsgefahr geht nach wie vor von ungesicherten
Fenstern aus.
Offene Kippfenster laden zum Ausgang ein und werden zur tödlichen
Falle, wenn die Katze abrutscht und sich darin festklemmt und immer tiefer hineinstrampelt.
Dagegen hilft seitlicher Kippfensterschutz oder ein ganz dickes mehrfach gefaltetes
Handtuch direkt im Spalt, das einen Durchgang wie auf Wolken ermöglicht.
Das funktioniert aber nur, wenn die Katze gefahrlos wie im Parterre nach draußen
darf.
Denn Hochhauskatzen sind zum Beispiel häufig Opfer gefährlicher
Abstürze.
Fenster und Balkone sollten mit Netzen gesichert werden.
Selbst
wenn die Katze sich schon mal bei einem Fenstersturz verletzt hat, hüpft
sie wieder raus.
Im OP der Poliklinik für kleine Haustiere an der FU Berlin wurden dieselben
Katzen mehrfach nach Fensterstürzen eingeliefert: eindeutig nicht lernfähige
Katzen, genausowenig wie ihre Besitzer, die die Fenster nicht gesichert hatten.
Verfressene Katzen sind besonders gefährdet egal welchen Alters.
Neben den "Staubsaugern", die blitzschnell alles Mögliche und Unmögliche
vom Fußboden inhalieren, gehören die "Müllmiezen" auf
die Rote Liste gefährdeter Arten.
Denn im Abfall finden sie zum Beispiel
Eierschalen mit Resten von rohem Eiweiß, schädlich für Katzen
wegen des Vitamin-B-Räubers Avidin.
Der lauert auch im Küchenresten
von rohem Süßwasserfisch.
Bedenklich sind im Müll auch Röhrenknochen,
luftgetrocknete Schinkenreste (Parvovirosegefahr!), Einwickelpapier von rohem
Fleisch etc.
Verfressene Katzen springen auch gern auf den Küchentisch und stibitzen
für sie Unbekömmliches,
wie z.B. rohes Schweineschnitzel, oder verbrennen
sich die Pfoten auf noch warmen Herdplatten.
Entweder
IMMER einen Topf mit kaltem
Wasser für noch warme Platten parat haben oder die Katze konsequent aus der
Küche werfen!
Liste
der Pflanzen, die für Katzen giftig sind - siehe
Anlage.
Vergiften können sich die Tiere auch am Dünger, der übers Gießwasser
in den Blumentopfuntersetzer gelangt.
Daraus trinkt ihn dann die Katze.
UNBEDINGT
ABGIESSEN!!
Auch Schnittblumen, die von gelangweilten Katzen gern zerrupft und
zerkaut werden, enthalten Glanzsprays und Dünger und sollten unerreichbar
bleiben, ebenso wie Reinigungsmittel, Waschpulver etc.
Sie können versehentlich
über das Putzen des Fells aufgenommen werden, falls die Katze reintappt.
Das kann auch bei Ölpfützen in der Garage passieren!
Katerstrophenträchtig sind außerdem einladend
geöffnete Waschmaschinen,
womöglich halb geladen, worin Katzen gern ein Schläfchen halten.
Unbeaufsichtigte
heiße Bügeleisen können von verspielten Katzen an der Schnur heruntergezogen
werden und den Miezen auf den Kopf fallen.
Gefährlich sind
Häkeldeckchen
oder Tischtücher.
Beim Dranhochklettern ziehen Katzen sie gern runter und
damit auch schwere Gegenstände vom Tisch.
Deshalb sind auch
brennende Kerzen
tabu oder nur mit Katzen-Aufsicht erlaubt.
Das flackernde Licht reizt dazu, mit
der Pfote danach zu schlagen.
Man kann auch daneben einschlafen, sie herunterwerfen
und einen Brand entfachen.
Katzen können sehr kreativ sein.
Wer eine große Straße vor der Haustür hat, sollte auch darauf
achten, das Tier möglichst nicht entwischen zu lassen.
Wenn Sie auf Nummer
Sicher gehen wollen, spielen Sie mehr mit Ihrer Katze, wenn sie eine gelangweilte
Einzelkatze ist. |